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Haben Sie schon einmal ein homöopathisches Arzneimittel versucht? Vermutlich ja, denn die von Samuel Hahnemann 1796 entwickelte Heilmethode erfreut sich heute höchster Beliebtheit. Alleine in Deutschland wurden 2011 mit homöopathischen Arzneimitteln rund 400 Mio. € umgesetzt. Homöopathie gilt heute gemeinhin als "sanfte", nebenwirkungsfreie und ganzheitliche Naturheilkunde und wird von vielen Menschen als echte Alternative oder zumindest als wertvolle Ergänzung zur (evidenzbasierten) Schulmedizin gesehen. Der allgemeine Grad der Informiertheit über Homöopathie ist indes erstaunlich gering. Viele wissen nicht, dass die Ursubstanzen nicht nur Pflanzen, sondern auch Minerale, Gifte, Exkremente und synthetische Stoffe umfassen. Etwas bekannter ist wiederum, dass in den meisten Homöopathika kein einziges Molekül der Ursubstanz mehr vorhanden ist. Doch wie soll Homöopathie eigentlich genau funktionieren? Auf welchen Grundannahmen und welchen Wirkprinzipien soll ihre Heilkraft beruhen? Wurde ihre Wirkung in klinischen Studien je nachgewiesen oder ist sie mittlerweile sogar schon längst widerlegt? Tatsache ist, dass viele Menschen die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien ohnehin wenig kümmert; ÄrztInnen wie PatientInnen sind aufgrund subjektiver positiver Erfahrungen von der Homöopathie überzeugt. Was hat es also mit diesen subjektvien Erfahrungen auf sich? Oder ist es letztlich einerlei, warum viele den Eindruck haben, dass Homöopathie funktioniert, denn: Wer heilt, hat recht? Birgt diese vorgebliche Heilmethode, die trotz aller Kritik so groß in Mode ist, auch Gefahren? Und muss sich die Schulmedizin ob der großen Nachfrage nicht auch die Frage stellen, was sie verabsäumt hat? All diese und noch mehr Fragen erörtert Jorit D. Posset mit folgenden Gästen: Jörg Wipplinger: Zoologe, Medizinjournalist und wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Institut für "Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie" der Donauuniversität Krems; Schreibt unter anderem für dessen Online Portal "Medizin Transparent" Pavel Konecny: Facharzt für Urologie in eigener Praxis Theodor Much: Autor und Dermatologe im Ruhestand; Bis zu seiner Pensionierung Leiter der Hautambulanz im Hanisch-Krankenhaus Wien; Sein neustes Buch ist "Der große Bluff" Ulrich Berger: u.a. Vorstand des Instituts für "Analytische Volkswirtschaftslehre" an der Wirtschaftsuniversität Wien; Wissenschaftsratsmitglied der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften); Gründungsmitglied der österreichischen GkD (Gesellschaft für kritisches Denken) und Blogger ("Kritisch gedacht").